HIGH-CLASS
IN-EAR

DM6

BGVP

Wertung

Preis

8.6

180 €

Treiber

5

pro Seite

0

Dynamisch

5

Balanced

Widerstand

20 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8.5

Bass

8.5

Mitten

8.5

Höhen

Empfindlichkeit

122 dB

Handling

9

Verarbeitung

9

Tragekomfort

9

Alltagstauglich

Frequenzgang

10 - 40000 Hz

8.5

Intro

Der BGVP DM6 ist in der schnelllebigen Zeit von Chi-Fi-In-Ears gefühlt schon ein älteres Semester. Der DM6 kam kurz nach dem DMG heraus und verzichtet komplett auf einen dynamischen Treiber. Man könnte nun zwar 6 BA-Treiber erwarten, aber es handelt sich “lediglich“ um 5.
Der DM6 richtet sich eher an akribische Hörer, da es zwar immer noch musikalisch, aber doch recht analytisch zur Sache geht.

Handling

Der DM6 wird im 3D-Druckverfahren erstellt und macht optisch den Eindruck eines Custom-IEMs. Er ist präzise Verarbeitet und durch seine Transparenz lässt sich gut das Innenleben begutachten. Hier fällt auf, dass es allerdings auch ein kleineres Gehäuse getan hätte, wie zum Beispiel beim wesentlich kompakteren DMG oder DMS. Da ich mich als Ohrriesen bezeichnen kann, habe ich da keine Probleme, aber ich bin auch nicht der Maßstab.

Der Lieferumfang lässt sich sehen! Man bekommt ein Paar Formtips, 2 Sätze an Silikontips (S, M, L), eine Reinigungsbürste und ein anständiges 8-Kerne-Kabel mit L-Stecker, welches sehr robust ist, aber auch etwas steif.

Die Isolation ist ganz gut, allerdings dringt von außen doch manches nach innen und anders herum.

Klang

Der DM6 hat einiges an guten Kritiken geerntet, was seine Klangeigenschaften anbelangt. Diese sind sicherlich nicht unbegründet, aber ganz oben mitspielen kann der DM6 leider nicht.

Der Bass ist gut abgestimmt und weitestgehend linear. Der Mittenbass steht ihm besser zu Gesicht, da im tiefen Bereich recht schnell der Druck abfällt, allerdings entwickelt er weiter oben einen guten Punch und gibt der Signatur etwas Wärme. Der verwendete Treiber (Knowles 22955) findet auch im TENHZ P4 Pro Verwendung, wo er mir allerdings zu früh abgekippt ist. Das Problem ist beim DM6 weniger ausgeprägt, wodurch auch basshungrige Tracks gut abgefrühstückt werden, mit einer guten Detailwiedergabe und Textur. Selten wirkt der Mittenbass etwas aufgebläht, aber im großen und ganzen bleibt er stehts sauber und stabil. Hier muss man anerkennen, das KZ/CCA mit ihren Bass-BAs für weniger Geld, erstaunlich gut und sogar teilweise besser performen können, wenn es um den Impakt geht.

Die Mitten punkten vor allem mit ihrer Klarheit und Auflösung. Sie sind zwar im Mix zurück genommen, aber das macht sich prinzipiell nur bei tieferen Männerstimmten bemerkbar, die so nicht ganz die Präsenz ihres weiblichen Pendant aufweisen können. Vor allem die saubere, schnelle Ansprache der BA Treiber, sorgt für eine sehr gute Instrumentenwiedergabe. Leider muss man sich wie bei den Höhen auf den einen, oder anderen unangenehmen Peak einstellen, was das Hörerlebnis etwas trübt. Das wird verstärkt, umso lauter man aufdreht. Für die Leisehörer unter uns, wird dies vielleicht gar kein großes Negativkriterium sein, da es nicht auffällt. Dennoch performt hier der DM7 besser als sein kleiner Bruder.

Die Höhen überzeugen mit einer breiten, detaillierten und luftigen Präsentation. Allerdings sind hier Sibilanten und Peaks keine Seltenhalt, sondern zählen zum Alltag. Das beeinträchtigt, je nach Quelle und Genre schon die Durchhörbarkeit. Dennoch liegt das alles in einem tolerierbaren Bereich. Gerade bei Rockmusik finde ich die Becken und Gitarren aber im Zusammenspiel mit den Mitten zu sehr in den Vordergrund gerückt und Dominat, was dann zwar einen sehr analytischen Eindruck erweckt und auch wiederspiegelt, aber die Musikalität und Dynamik etwas verloren geht.

Die Separation ist durch die direkte Ansprach, Geschwindigkeit und räumliche Aufteilung sehr gut. Jedes Detail ist perfekt im Raum ortbar und sauber abgebildet, ohne Überlagerungen. Die Bühne ist zwar durch die 3D-Wirkung gut sortiert, allerdings nicht die Größte. Dadurch das aber auch die Tiefe passt, wird im Kopf eine sehr gutes Klangbild reproduziert, mit gelegentlichen Abstechern in die Ferne, vor allem bei Effekten.

Outro

BGVP starten mit dem DM6 den ersten Versuch einen reinen BA-In-Ear der Oberklasse auf den Markt zu bringen und schafft das auf einem sehr guten Niveau, scheitert aber vielleicht vorerst an den eigenen Ansprüchen. Der DM6 ist ein ausgesprochen guter In-Ear, welcher zwar hier und da noch Macken im Frequenzgang aufweist, was sich ab und an in unangenehmen Peaks wiederspiegelt, aber vor allem mit Klarheit und Auflösung heraussticht. Somit liegt der DM6 für mich auf Augenhöhe mit dem TENHZ P4 Pro, welcher zwar im Bass das Nachsehen hat, aber dafür den smootheren Mittenbereich. Dennoch haben beide mit Peaks zu kämpfen.
Allerdings liebe ich im Vergleich den DMG mit seinem dual-dynamischen Treiber & 4 BAs, welcher zwar auch einige Probleme im Hochton hat, aber dynamischer und musikalischer ist. Darüber steht noch der DM7, welchen ich ebenso durch seine peakfreie, warme, entspannte Art mit mindestens gleichem Detailgrad des DM6 sehr schätze.

1/2

SGZ-DN1

DM6

DMG

DMS

DM7

DM7

Zweite Meinung:

CHI-FIEAR © 2018 by David Hahn

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